20. April 2016

Zwiebelsuppe - Kochrezepte für Segler

Passt zwar überhaupt nicht meinen üblichen Blogthemen, aber es ist eine Herzensangelegenheit. Ich interessiere mich sehr für Segelgeschichten, Bücher über Weltumsegelungen und überhaupt Boote auf dem Wasser, um von A nach B zu kommen und die Einsamkeit zu geniesen. Das Meer.. Überhaupt das Meer.

So bin ich über Maras Blog Life is full of Goodies auf eine Kochreihe zum Thema Segeln gestossen. Leider war sie die Letzte, die mitgemacht hat, aber Markus, der Initiator mit dem Blog Get on Board meinte, ich soll doch einfach noch ein Gericht beisteuern. 


Bedingungen waren folgende: 

1. Ein zweiflammiger Gasherd mit großer und kleiner Flamme.

2. Ein kleiner Backofen aus Omas Zeiten, bei dem man mit dem Streichholz unten die Flamme anzünden muss, also nur Unterhitze und das war´s. Man kann die Flammengröße regulieren, eine Anzeige über die Temperatur gibt es nicht, wenn doch, ist sie meist kaputt.

3. Sechs bis acht hungrige Seglermäuler mit mörderischem Appetit auf leckere, warme und handfeste Kost.

4. Elektrische Geräte wie Mixer, Mikrowelle, Pürierstab etc. können nicht verwendet werden, denn die ziehen zu viel Watt, die Bordelektronik gibt das nicht her. Daher ist Handarbeit angesagt.

5. Es stehen keine Messbecher etc. zur Verfügung, auch keine Waage. Abgemessen werden muss in Tassen, Gläsern usw.

6. Das Gericht sollte von einfachen Seemännern nachgekocht werden können, die aber doch zu so manchem fähig sind, sprich, unter guter Anleitung ist ihnen einiges zuzutrauen.

7. Das Gericht muss aus Zutaten bestehen, die im europäischen Küstenraum in "Supermärkten" und oftmals Familienlädchen zu bekommen, also sehr gängig sind. Oft sucht man dort schon Süßkartoffeln, Granatäpfel und Kohlrabi vergebens.

8. Das Gericht sollte etwas origineller sein als die Standard-Bordgerichte wie Spaghetti Bolo, Chili von Carne, Salat mit Putensteifen usw.

Voller Begeisterung strengte ich meine paar Gehirnzellen an und mir fielen Zwiebeln ein. Wenn man viele Wochen auf hoher See ist, helfen Zwiebeln dabei, sich einigermassen gesund zu ernähren. Las ich jedenfalls immer wieder, so auch in den Büchern von Winfried Erdmann, einem DER Weltumseglern. 


So bin ich auf die Zwiebelsuppe gekommen. Zwiebeln kann man sowieso ewig lagern. Genauso wie Gemüsebrühe, Weisswein und Schmelzkäse..




Und so gehts:


Zutaten für 6 - 8 Portionen (Markus Crew):
20 kleine bis mittelgroße Zwiebeln (1 kg)
Öl
6 Becher (1600ml) Gemüsebrühe
1 Becher (300 ml) Weißwein 
8 Scheiben Toastbrot oder gekaufte Croutons
24 Scheiben Schmelzkäse
gefriergetrockneter Schnittlauch
Salz und Pfeffer


Zwiebeln klein schneiden und im Öl in einem Topf anbraten. Wein dazugeben sowie die Gemüsebrühe. 15 Minuten kochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Toastbrot toasten, wenn Toaster vorhanden, und würfeln (schmeckt auch ungetoastet. Man kann auch gekaufte Croutons hernehmen. 
Die Suppe in Teller oder Tassen füllen und ein paar Toastcroutons hineinlegen. Schmelzkäse drauflegen (bei einer Tasse eine Scheibe, bei einem Teller drei Scheiben) und Schnittlauch sowie Croutons drüber streuen. Bei den gekauften Croutons kann man zum Beispiel Salatcroutons hernehmen.

Fertig!



Beim Kochen bekommt man durch den Duft der Suppe bereits ein Urlaubsfeeling.. herrlich!
Und beim Essen erst. Nach dem Essen sitzt man noch zufrieden am Tisch und geniest den Abend.

Meine Testesser waren auch vollauf begeistert. Einziges Manko: wenn Streukäse vorhanden, dann besser diesen nehmen. Schmeckt dann doch noch viel besser zur Suppe ;)


Bei Vitaminmangel eine Zwiebel pro Tag roh essen ;)

Eure Tatjana <3


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